Konzeption

 

 

 

 

 

 

Soziales Kompetenztraining

 

 

 

 

 
   

 

 

 

 

 Training sozialer Fertigkeiten

für Kindern von 6 – 12 Jahre

 

 

 

 

  1. Definition
     
  2. Zielsetzung
     
  3. Rahmenbedingungen

    3.1 Zusammensetzung der Gruppe
    3.2 Zeitlicher Umfang

3.3 Örtlichkeiten

3.4 Personelle Voraussetzungen


 

  1. Arbeitsinhalte der einzelnen Einheiten
     
  2. Finanzierung

 

 

 

 

 

  1. Definition

 

 

Soziale Kompetenz ist eine Menge an kognitiven, emotionalen und motorischen Fertigkeiten, die einem Individuum zur Verfügung stehen und in spezifischen Situationen auch umgesetzt werden können, um soziale Aufgabenstellungen alters- und entwicklungsentsprechend angemessen und effektiv zu bewältigen.

 

 

 

Synonym zum Begriff der sozialen Kompetenz werden oft die Begriffe Selbstsicherheit oder assertives Verhalten verwendet, weiter wird Soziale Kompetenz gleichgesetzt mit dem Konstrukt der emotionalen Intelligenz. Am ehesten werden mangelnde soziale Kompetenzen schüchternen, gehemmten oder ängstlichen Kindern zugeordnet, wobei ebenfalls unruhige, sprunghafte und impulsive Kinder durch einen Mangel angemessener sozialer Fertigkeiten imponieren können. Entsprechend werden sowohl vermeidend – unsichere als auch zudringliches – aggressives Reaktionsmuster als sozial inkompetent definiert. (Hinsch & Pfingsten, 2002)

 

 

  1. Zielsetzung

 

Zielsetzung des Sozialen Kompetenztrainings ist es, dass  Kinder und

Jugendliche durch einen angeleiteten Gruppenprozess die Möglichkeiten sozialer Kompetenzen erlernen, verfeinern und stabilisieren können.

Fertigkeiten wie z.B. Selbst- und Fremdwahrnehmung, Beziehungsaufbau, Abgrenzung, Konfliktmanagement,  Gefühle wahrzunehmen und adäquat zum Ausdruck zu bringen, sind wichtige Grundsätze um selbstbewusstes Verhalten zu fördern und Verhaltensauffälligkeiten dadurch in Veränderung zu bringen.

Dabei ist es wichtig, über kurze theoretische Inputs Modelle zur Verfügung zu stellen. Im Anschluss über praktische Umsetzung und positive Erfahrungen dies zu manifestieren.

Ein wichtiger Bestandteil des Angebotes ist es, die erlernten Erfahrungen und Handlungsstrategien in den familiären Kontext zu übertragen.

 

 

  1. Rahmenbedingungen


3.1 Zusammensetzungen der Gruppe

 

Das Altersspektrum der Gruppe sollte im Bereich von 6 bis 12 Jahren liegen.

Die heterogene Gruppe setzt sich aus maximal 10 Teilnehmern zusammen.

Grundsätzlich hängt die Gruppengröße allerdings von der Altersstruktur und der Grundproblematik der Teilnehmer ab. Gruppen in denen mehr Kinder mit externalisierenden Störungen (hyperkinetische Störung, Störung des Sozialverhaltens, Impulsstörrungen) sind, sollten kleiner sein, da nur so die Kontrolle der einzelnen Gruppenmitglieder gewährleistet werden kann.

Ausschlaggebend ist nicht das biologische Alter, sondern eher das Entwicklungsalter.

 

 

  1. Zeitlicher Umfang


Das soziale Kompetenztraining umfasst 10 Einheiten. Davon finden 2 mit den Eltern (Bezugspersonen) statt. Die Einheiten umfassen 120 Minuten und finden in der Regel alle 2 Wochen statt

Bei einer Gruppe mit externalisierenden Störungen ist es notwendig, die Einheiten in abwechselnde Phasen zu gliedern. Hierbei sollten sich Konzentrations-, Bewegungs-, Entspannungs- und Aufmerksamkeitsübungen abwechseln.

 

 

  1. Örtlichkeiten

 

Es besteht die Möglichkeit die Einheiten je nach Bedarf in Schongau oder Weilheim abzuhalten. Anhand des Wohnortes der Teilnehmer wird dies individuell entschieden.

Die Räumlichkeiten ermöglichen sowohl kreatives, handwerkliches, kulinarisches als auch gruppenprozesshaftes Arbeiten.
 

 

  1. Personelle Voraussetzungen
     

Das soziale Kompetenztraining wird von 2 Fachkräften mit langjähriger Erfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe, sowie therapeutischer Zusatzausbildung begleitet.


 

 

  1. Arbeitsinhalte der einzelnen Einheiten
     

 

Anamnestische Phase

 

 

 

  • Informationsphase und Anamnesephase
  • Befunderhebung über Fragebögen und Elterngespräche
  • Fremdanamnestische Informationen

 

 

 

 

 


         Themen der einzelnen Einheiten

 

1.Einheit

 

Kennenlernen der Teilnehmer und Einführung in das soziale Kompetenztraining,

Kommunikation

 

Aufbau Kommunikation:

  • Sammeln von Vorwissen
  • Erarbeiten von Kommunikationsregeln
  • Einüben der Kommunikationsregeln
  • Vertiefung über Rollenspiele
  • Besprechen der Hausaufgabe

2.Einheit

 

Kommunikation und Gefühle

 

Aufbau Gefühle:

  • Sammlung von Vorwissen zum Thema Gefühle
  • Ausdruck positiver und negativer Gefühle mit kreativen Methoden
  • Erkennen von Gefühlen
  • Vertiefung von Befindlichkeiten
  • Protokolieren von Gefühlen als Hausaufgabe.

 

3.Einheit

 

Gefühle und Selbst und Fremdwahrnehmung

Aufbau Selbst und Fremdwahrnehmung:

  • Einführung in das Thema (z.B. Sammeln von Vorgehensweisen beim Stellen einer Forderung)
  • Fremdwahrnehmung der Mimik
  • Fremdwahrnehmung des Körpers
  • Selbstbeschreibung von angenehmen und unangenehmen Situationen als Hausaufgabe

 

4.Einheit

 

Einheit mit Eltern -Reflexion und Transfer

 

Aufbau Reflexion und Transfer:

  • Was wurde bei den Kindern beobachtet (Austausch mit den Kindern, direkte Rückmeldung)
  • Was wurde beobachtet, bezüglich der Hausaufgaben?
  • Was ist wichtig innerhalb der Gruppe rück zu melden?

 

5.Einheit

 

Beziehungsaufbau,

Wünsche und Bedürfnisse

 

Aufbau Beziehungsaufbau:

  • Sammeln von Vorstellungen zum Thema „Freundschaft“
  • Geschichten zum Thema Freundschaften Vorlesen, Vorlesen lassen oder Erarbeiten
  • Videographiertes Rollenspiel
  • Auswertung des Rollenspiels mit dem Schwerpunkt auf gelungene Sequenzen
  • Vertrauensspiele

 

Aufbau Wünsche und Bedürfnisse:

  • Einführung in das Thema Wünsche und Bedürfnisse (Sammeln von Vorstellungen über Wünsche und Bedürfnisse in einer Freundschaft)

 

6.Einheit

 

Wünsche und Bedürfnisse,

Beziehungen pflegen

 

Aufbau Wünsche und Bedürfnisse:

  • Formulierungshilfen für Wünsche und Forderungen
  • Spiele „Wünsche/Forderungen stellen und Ablehnen/Erfüllen“
  • Einzelarbeit „Lösungsmöglichkeiten“
  • Übung im natürlichem Setting

 

Aufbau Beziehungen und Freundschaften pflegen:

  • Rollenspiel „Loben und Komplimente machen“
  • Mögliche Reaktionen

 

7.Einheit

 

Beziehungen pflegen,

Konfliktmanagement 1

Perspektivenwechsel

 

Aufbau Beziehungen und Freundschaften pflegen:

  • Thema „Teilen und Helfen“ (Rollenspiel und Unterstützungsspiel)
  • Übungen im natürlichen Setting

 

Aufbau Konfliktmanagement 1:

  • Unterschiedliche Wahrnehmungen anhand einer Geschichte, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird
  • Auswertung der Geschichte
  • Kämpfen nach Regeln
  • Selbstbeobachtung in Konfliktsituationen

 

8.Einheit

 

Konfliktmanagement 2 Stabilisierung neuer

Verhaltensstrategien

 

Aufbau Konfliktmanagement 2:

  • Suchen nach alternativen Lösungsstrategien für Konfliktsituationen
  • Entwickeln von Lösungsstrategien für selbst erlebte Konfliktsituationen
  • Auswahl möglicher zielführender Lösungsstrategien
  • Formulieren eines Hilfesatzes
  • Selbstbeobachtung in Konfliktsituationen

 

9.Einheit

 

Konfliktmanagement 3 Entwicklung individueller Konfliktlösemöglichkeiten

 

Aufbau Konfliktmanagement 3:

  • Generalisierung (Entwickeln individueller Konfliktlösungsmöglichkeiten)
  • Feed-back durch die Gruppe
  • Wunsch Spiel

 

 

 

10.Einheit

 

Einheit mit Eltern Reflexion und Transfer Abschluss

 

Aufbau Reflexion, Transfer und Abschluss:

  • Rückmeldung aus den Familiensystemen
  • Welche Veränderungsprozesse werden weiter verfolgt?
  • Wie kann dies umgesetzt werden?
  • Verteilung der Urkunden
  • Terminvereinbarung mit den Eltern bezüglich individueller Rückmeldung des Prozesses zu dem jeweiligen Kind

 

 

 

 

 

 

Der Ablauf der Sitzung ist, mit Ausnahme der ersten und der letzten Sitzung, immer gleich aufgebaut und beinhaltet folgende Elemente:

 

 

 

  • Begrüßung der Kinder mit Begrüßungsritual
  • Blitzlicht
  • Kurze Wiederholung der letzten Einheit
  • Kontrolle und Besprechung der Hausaufgaben
  • Einführung in die neue Thematik
  • Übungen zur neuen Thematik
  • Vertiefung
  • Hausaufgaben für die nächste Stunde
  • Abschlussrunde

 

 

 

 

  1. Finanzierung

 

Möglichkeiten der Finanzierung:

 

  • Werden die Kinder und Jugendlichen bzw. deren Familie durch eine Maßnahme bei Profil (Erziehungsbeistandschaft, Sozialpädagogische Familienhilfe oder Aufsuchende Familientherapie) begleitet, können die Einheiten des sozialen Kompetenztrainings über diese anteilmäßig verrechnet werden.

 

  • Die Maßnahme kann als externes Angebot gebucht werden.

Somit besteht die Möglichkeit für Kinder und Jugendliche, die in keine Maßnahme bei Profil eingebunden sind, an dem sozialen Kompetenztraining teilzunehmen.

 

 

Profil                                                     

                                                            Andrea Nagel und Thomas Gerstmayr